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Im Alter von
22 Jahren wird Georg Meistermann 1933 von den nationalsozialistischen
Machthabern als „entarteter“ Künstler diffamiert und in die innere Emigration
getrieben. Erst im Jahr zuvor hat er sein Studium an der Düsseldorfer
Kunstakademie aufgenommen. Das von Meistermann als Befreiung empfundene
Kriegsende geht mit seiner künstlerischen Emanzipation einher. Bis dahin steht
sein Werk voller malerischer Expressivität unter dem Einfluss seines ehemaligen
Lehrers, dem rheinischen Expressionisten Heinrich Nauen. Ausgelöst durch das
Studium der Glasfenster der Kathedrale von Chartres treten 1938 Linien und
lichthaltige Farbflächen in den Vordergrund seines Schaffens. Seine seither
gegenstandsfreien Bildfindungen, die absolute Konzentration auf reduzierte
Formen und meditativ gestimmte Farbklänge rücken Meistermann stilistisch in die
Nähe der Farbraummalerei, als deren prominentester Vertreter der Amerikaner Mark
Rothko gilt.
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