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In der
Pflanzenstudie von 1944 offenbart sich der unspektakuläre Blick des Künstlers
auf ein Motiv seiner unmittelbaren häuslichen Umgebung. Der als
Gründungsmitglied der expressionistischen Künstlervereinigung „Brücke“ zu Ruhm
gelangte Maler, zieht sich 1944 nach der Zerstörung seines Berliner Ateliers in
die abgeschiedene Region des Untersees zurück, wo er bis zu seinem Tod 1970 in
Hemmenhofen lebt. Wie bei vielen seiner Zeitgenossen, die während der
Nazi-Diktatur mit Ausstellungsverbot belegt wurden, findet auch bei Heckel eine
Entwicklung der Motivik hin zu den ruhigeren Bildgattungen Landschaft und
Stilleben statt. „Hier sind weit mehr Energien aufzuwenden, motorischer hingegen
war Berlin“, resümiert der Künstler über seinen neuen Wohn- und Wirkungsort.
Trotz Banalisierung der Motive zeugen jene Werke der inneren Emigration oftmals
von hoher Könnerschaft und raffinierter Ausführung im Detail. Hier erreicht
Heckel durch die bewusste Ausblendung des Hintergrunds sowie den ungewöhnlichen
Blickwinkel einen nahezu japanisch anmutenden dekorativen Ausdrucksgehalt.
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