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Im Alter von
85 Jahren malt Walter Becker, der seit den 70er Jahren mit dem Nachlassen seiner
Sehkraft konfrontiert ist, mit großer physischer und seelischer Kraft dieses
großformatige Werk in einer von ihm neu entwickelten Technik. Als Bildträger
findet hierzu die Rückseite eines Wachstuches ihren Einsatz, deren aufgeraute
Malfläche sich in idealer Art mit der pastosen Malweise verbindet. Am Gegenstand
der Straßenszene, eines der Hauptmotive des deutschen Expressionismus,
fasziniert den Künstler vor allem die Einsamkeit, das anonyme Nebeneinander der
Menschen im öffentlichen Stadtleben. Im nahezu aperspektivischen Schwebezustand
erscheinen überlängte Figuren mit schemenhaften Physiognomien als rätselhafte
Chiffren eines expressiven Realismus im Spätwerk von Walter Becker.
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